Funbrass

Nächster Auftritt

Unterhaltungsabend 2012
31.03.2012
20:00-23:00

Anmeldung



Hauptsponsor

Banner
Raiffeisenbank Bernhardzell

Disziplin und Moral
Mangelnde Disziplin gab durch die ganze Vereinsgeschichte immer wieder Anlass zu Diskussionen. Wie ein roter Faden zogen sich die Ermahnungen von Präsidenten und Dirigenten für fleissiges Üben und lückenlosen, pünktlichen Probenbesuch durch die Protokolle und Jahresberichte. Es wird berichtet, dasszuweilen sogar der Dirigent die Probe wegen schlechter Teilnahme gar nicht erst eröffnete und das Probelokal verliess.

clip_image005

Ausgelassenes 'Festen' im Fürstenlandsaal, Kreismusiktag Gossau 2002

Pfarrer Urban Zurburg, Verfasser der Festschrift zum 100-Jahr-Jubiläum, bezeichnete diese Erscheinung als neue Krankheit "Infulenza". Diese Krankheit konnte anscheinend auch eine statutarische Bussenverordnung nicht heilen, welche zu spät Kommende oder unentschuldigt Fehlende mit empfindlichen Abgaben von 20 - 50 Rappen bestrafte. Diese Verordnung war noch bis 1997 in Kraft, wurde aber seit längerer Zeit nicht mehr angewandt. Ausserordentlich gute Disziplin herrschte in der "Ära Salvisberg", als fast lückenloser Probenbesuch dokumentiert werden konnte. Es scheint, dass sogar die Kalberkühe sich nach dem Probenplan richteten. Von Trinkfreudigkeit und Trinkfestigkeit wird aus früherer Zeit oft berichtet. So wird erzählt, dass bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, als die Proben noch im Saal des Restaurant Adler abgehalten wurden, die Bierflasche ebenso wichtiges Utensil war wie das Instrument. Ab 1900 wurde an den Proben der vereinseigene Most ausgeschenkt.In diesem Jahr schenkte Johann Niedermann dem Verein ein Mostfass, welches bis 1922 im Keller des Schulhauses, wo seit 1888 die Proben abgehalten worden waren, jeden Herbst mit Apfelsaft gefüllt wurde und natürlich in vergorenem Zustand den Musikanten als Stärkung und Erfrischung diente. Bis heute sind im Inventar noch Mostkrug und Zapfhahn enthalten.

 

 

clip_image006

Im Festzelt, Kreismusiktag Mörschwil 2003

In einem Protokoll von 1924 wurde festgehalten, dass anlässlich eines Eröffnungsschiessens "nicht bloss ohnmächtig Wankende, sondern auch Gefallene" zu verzeichnen waren. "Am Abend waren die harmonischen Klänge ziemlich getigert". Zudem erprobte jedes Mitglied während des Jahres seine "Fassungskraft". Diese Unmoral hat sich doch im Laufe der Zeit durch ein verändertes Umfeld und höhere Anforderungen gebessert.